Die Künstlerin

Das künstlerische Schaffen ist für Anne Freischlad vergleichbar mit dem Spiel auf einem Instrument. Der Zusammenklang der erzeugten Töne ist vergleichbar mit den unterschiedlichen Farbklängen, die gemeinsam die Wahrnehmung des Betrachters berühren und etwas in ihm bewirken. Die Inhalte und Bedeutungen manifestieren sich auf den Leinwänden. Die Intention des Bildmotives trägt die Atmosphäre in sich, die auch über das Wiedererkennbare hinausgeht.

Die Verbundenheit mit der Natur, das Eingebunden sein im Werden und Vergehen, die Schönheit und Einzigartigkeit der Wälder, Gärten und Blumen, das Reisen, die Begegnungen mit Mensch und Tier, das Erleben selbst – all das fließt in Anne Freischlads Bilder ein und gibt der Künstlerin die Themen, mit denen sie sich in längeren Schaffensperioden auseinandersetzt.

Acrylfarben, Capaplex-Schüttungen und Öl-Pastellkreiden kommen zum Einsatz. Auch andere Materialien wie Stoffe, Papier und Drucke werden mit eingearbeitet, um das Motiv und seine Atmosphäre zu konkretisieren. Die Bedeutung und die Atmosphäre, die den Bildgegenstand umgibt, werden zur Grundlage ihrer Arbeiten an der Leinwand. Und diese kann meistens nicht groß genug sein.

Die wahrgenommene und empfundene Atmosphäre wird mit einem expressiven Farbeninferno auf die großformatigen, rohen Leinwände gebracht. Der Malprozess stellt bis zum letzten Pinselstrich ein ständiges experimentieren mit den Farben und Formen dar, bis das Konkrete abstrakt wird, das Abstrakte konkret ist und die Farbklänge ihre Wirkung entfalten. Die Farbtöne klingen und schwingen – und vielleicht auch in der Seele des Betrachters wider.

Anne Freischlad ist 1949 in Dillenburg geboren. Seit ihrer Kindheit begeisterte sie das kreative und künstlerische Gestalten. Nach der Schule absolvierte Freischlad eine Bauzeichnerlehre im Architekturbüro Ernst van Dorp in Bonn. Es entstanden berufsbezogene beeindruckende zeichnerische Werke. Schließlich, im Jahr 1998, nach ihrem ersten Besuch in der Nordener Sommerakademie, gab es keinen Halt mehr. Das ihr innewohnendes künstlerische Potential fand endlich den Weg zur Entfaltung.

Stellen Aquarell- und Holzschnittarbeiten den Beginn ihres künstlerischen Schaffens dar, eignete sich Anne Freischlad ebenso die Fähigkeiten mit Acryl und Mischtechniken auf Leinwand, Tafel und Papier zu arbeiten an.

Weiteren Einfluss auf ihre künstlerische Tätigkeiten nahmen die südafrikanische Künstlerin Ines Aab-Tamsen, Lisa Tamsen und Kurse bei der Kunstakademie Bad Reichenhall.
Seit dem Jahr 2007 begleitet der internationale Künstler Stephan Geisler in Bochum ihr künstlerisches Arbeiten. Von 2013 bis 2015 war sie als Mitglied in Stephan Geislers Künstlergruppe aktiv. Während der Treffen und vor allem im eigenen Atelier in Dillenburg entstehen Anne Freischlads großformatigen Werke.